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Tausch, Technik, Krieg

Die Geburt der Gesellschaft im technisch-medialen Apriori
(Trade, technology and war. The birth of society in the technical-medial apriori)

Hamburg 1998. Argument-Verlag
ISBN 3-88619-261-X,
17,79 eur

 



KURZBESCHREIBUNG:




Zu Beginn des neuen Jahrhunderts scheint es, dass ‚die’ Gesellschaft – gerade erst vor knapp zweihundert Jahren erfunden – in der technischen Kommunikation der Netze und neuen Medien wieder verschwindet. Am medialen Horizont zeichnet sich eine posthumane Gesellschaft ab.

Das Buch nährt sich dieser Problematik auf dem Umweg einer Genealogie der technischen Medien. Wo und wann erscheint die Diskursstelle der Medien? Wieso sprechen wir heute über Medien entweder als große Gefahr oder als neue Heilsbotschaft? In welchem Zusammenhang stehen technisch-mediale und ökonomische Vermittlung? Welche Rolle spielt die moderne Kriegführung?

Bei der Untersuchung dieser Fragen geht es darum, den Ort ‚der Gesellschaft’ in dem Dreieck aus den Diskursen über ‚Tausch’, ‚Technik’ und ‚Krieg’ zu situieren. Die These lautet: Das Soziale ist nicht der Grund der Kultur, ‚Sozialismus’ nicht das Telos der Moderne.

The book combines social theory and media theory. It is conceptualized as a genealogy of modern society in a context of discourses on media.
Cover

INHALTSVERZEICHNIS:
REZENSIONEN:


Einleitung


3

1. Die Diskursstelle der Medientheorie


18

1.1. Posthumane Horizonte


18

1.2. »Arbeit« als Referenz, »Wert« als Selbstreferenz


29

1.3. Die Ökonomie der produktiven Kräfte


45

1.3.1. Die politischen Produktivkräfte (Adam Müller)


47

1.3.2. Systemische Organisation als Produktivkraft (der Saint-Simonismus)


59

1.3.3. Wissen, Kommunikation und Verkehr als Produktivkräfte (Friedrich List)


67

1.4. Das erste Ende des Menschen (der Neue Mensch)


77

1.5. Der zweite Tod des Menschen


89

1.5.1. Totaler Krieg


89

1.5.2. Totale Kommunikation


99

1.6. Das technisch-mediale Apriori


112

2. Schnittstellenwanderung


127

2.1. Lampengeister und ähnliche Theoriewunder


127

2.2. Problemstellen im technisch-medialen Apriori


142

2.2.1. »Geschichte«


143

2.2.2. Konstruktion


156

2.2.3. Referenz


163

2.2.4. Körperlichkeit


173

3. Die Überdetermination des Sozialen


185

3.1. Die frohe Botschaft des Sozialen


185

3.2. Geburtsorte der zivilen Gesellschaft


191

3.3. Die moderne Bellona als Mutter der Gesellschaft


200

3.3.1. Das Licht des Krieges


200

3.3.2. Das Soziale als Waffe (Carl von Clausewitz)


212

3.4. Das Dreieck des Sozialen: Tausch, Technik, Krieg


233

Schlussthesen


248

Literatur


255

»Die (soziologische) Frage nach den sozialen Konsequenzen der Ausbreitung neuer Medientechnologie und ihren Verantwortlichen wird verschoben zugunsten der Betrachtung jenes technisch-medialen Apriori, welches im Diskurs um das Ende der Gesellschaft als Spielfeld fungiert.«
Ästhetik & Kommunikation (102/1998)

»Das Bewerkenswerte, das vielleicht Überraschende an Dierk Spreens Untersuchung, ist der Gedanke, dass das Konzept der Gesellschaft ein diskursives Phänomen darstellt und in zeitlicher Parallelität und inhaltlicher Verbindung zum technisch-medialen Apriori entwickelt wurde … Das Soziale ist demnach im Diskursdreieck von Krieg, Tausch und Technik entstanden, was Spreen ausführlich belegt. Damit gelingt ihm eine in der Tat politisch bedeutsame Historisierung und Relativierung einer überdeterminierten Idee von Gesellschaft, genauso wie eine ungewöhnliche Kritik an der derzeitigen Vorrangstellung der Technik.«

»Das Buch unternimmt den anspruchsvollen Versuch, der Medientheorie - in diesem Singular werden von McLuhan ausgehend vor allem die deutschen, technik-zentrierten Ansätze summiert - einen Weg heraus aus dem ›geschlossenen‹, technik-zentrierten Paradigma in ein neues, offeneres Paradigma zu weisen.«
Medienwissenschaft (2/1999)

»Spreen Genealogie von der deutschen Romantik eines Adam Müller über Baudrillard und Foucault bis hin zu den Medientheoretikern McLuhan, Kittler und Bolz lässt sich als Variante postmoderner ›Antiethik‹ lesen.«
Soziologische Revue (23/2000)



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