Lehre     Themen     Publikationen     Rezensionen     Vorträge     Impressum     Mail              




Kriegsvergessenheit in der Mediengesellschaft
hg. von Dierk Spreen und Andreas Galling-Stiehler

Berlin 2011. Verlag Ästhetik & Kommunikation
ISBN 978-3-00-035274-4, 20,00 eur

 



AUS DEM EDITORIAL:




Kriegsvergessenheit meint nicht nur, dass Gegenwärtigkeit und Rolle des Krieges nicht thematisiert wird, sondern auch, dass ein Modell aus der Vergangenheit zugrunde gelegt wird, wenn über die derzeitige Bedeutung von Krieg und Militär gesprochen wird. Im ersten Fall handelt sich um eine Vergessenheit, die aus einer Tabuisierung des Themas überhaupt entspringt, im zweiten Fall um eine, die aus der Fixierung auf die Geschichte herrührt, die aber gleichzeitig sehr redefreudig und gut bebildert sein kann. Solche Vergangenheitsfixierung stellt dann eine Verschiebung und Ersatzbildung dar, wenn sie eine realitätsgerechte und verantwortungsvolle Befassung mit den gegenwärtigen politischen und gesellschaftlichen Fragen globaler Ordnungskonstitution verhindert. Psychologisch gesehen handelt es sich sowohl im Falle der Tabuisierung wie der Ersatzbildung um Abwehrmechanismen, die einen kollektiven Charakter haben. Ein dritter Fall liegt vor, wenn Gesellschafts- und Geschichtsmodelle, Sozialtheorien und pädagogische Sozialisationskonzepte vorherrschend werden, in denen Gewalt als konstitutives Moment sozialer Ordnung und sozialer Integrationsprozesse nicht anerkannt wird, d. h. »verdrängt« wird.



Ä&K 152/153



THEMENTEIL:

REZENSIONEN:


Editorial
Dierk Spreen, Andreas Galling-Stiehler


9

Beiläufig Krieg
Dieter Hoffmann-Axthelm


17

Was vom Kriege übrig blieb - Vergegenwärtigungen zur deutschen Sicherheitspolitik
Klaus Naumann


19

Der Krieg ist woanders
Jens Warburg


27

Wider die Kriegsvergessenheit in der Sozialwissenschaft
Dierk Spreen


33

Counterinsurgency und Human Terrain - Zum cultural turn in der Kriegführung
Stefan Kaufmann


41

"Immer gilt es der Gewalt eine Form zu geben und vor allem ihrer Herr zu werden"
Trutz von Trotha im Interview mit Ä&K


51

Der Soldat Als-Ob - Kriegsmarketing
Andreas Galling-Stiehler, Jürgen Schulz


81

The Embedded Artist - Pop spielt Krieg und hinterlässt ein Schlachtfeld
Jan Schimmang


89

Emanzipation auf der Leinwand? - Konstruktionen von Kriegerinnen und Kämpferinnen
Gerhard Kümmel


95

Auf Stube - Ein fiktiver Dialog zweier Offiziere
Axel von Hoerschelmann, Bernhard Voget


101

Die doppelte Stille nach dem Heldentum - Eine Bloßlegung
Gesine Palmer


107

freak out, then ... sleep (Fotoessay)
Sarah Steffen


109

Transnationale Vergesellschaftungen, Weltkriege und Container-Nationalsaat?
Volker Kruse


131

Gaskriegsphantasmen der Zwischenkriegszeit
Sebastian Ostermann


139

Weder Trauma noch Tabu - Die öffentliche Erinnerung an den Bombenkrieg
Volker Heins


145

Frieden ohne Grenzen - Ein explorativer Blick auf die Nachkriegsstadt Mostar
Merle Rietschel


151

Guatemala 2011 - Hegemoniale Gedächtniskonstruktionen und persönliche Erinnerungsarbeit
Knut Köhler


159

Quadrat und Natur - Zur konkreten Kunst Joachim Zintels
Dierk Spreen


171


 

ALLGEMEINER TEIL:





Spiel um alles
Herbert M. Hurka


175
Das Gespenst der Postdemokratie - Zum Fall Karl-Theodor zu Guttenberg
Markus Holzinger


181
Was ist "Postdisziplin"? - Eine kritische Auseinandersetzung mit den Gouvernementalitätsstudien
Anja Weber


189
Rezensionen
Judith Butler "Raster des Krieges", Frankfurt/M. 2010; Hans Joas/Wolfgang Knöbl "Kriegsverdrängung", Frankfurt/M. 2008; Mirko Wittwar "Das Bild vom Krieg", Berlin 2009.


196



Seitenanfang







web page hit counter